Wie läuft die Behandlung mit CAR-T-Zellen ab?
Die Behandlung ist eine spezielle Form der Immuntherapie. Dabei werden Ihnen zunächst Immunzellen (T-ZellenT-Zellen sind weiße Blutkörperchen und gehören zur körpereigenen Immunabwehr. Sie erkennen Krankheitserreger und veränderte Zellen, wie Krebszellen, und machen sie unschädlich.) aus dem Blut entnommen. Im Labor werden die Zellen dann so verändert, dass sie die MyelomzellenMyelomzellen sind Krebszellen. Sie entstehen, wenn sich Plasmazellen verändern und unkontrolliert vermehren. gezielt angreifen können. Die veränderten Immunzellen heißen CAR-T-Zellen. Im Anschluss erhalten Sie die CAR-T-Zellen zurück. Die Behandlung findet in einem spezialisierten Zentrum statt.
T-Zellen gehören zur körpereigenen Immunabwehr. Damit sie die Myelomzellen besser erkennen und angreifen können, werden sie verändert. Sie tragen dann auf ihrer Oberfläche einen sogenannten Chimären Antigen-Rezeptor, kurz CAR genannt. Der Rezeptor bindet an das Eiweiß BCMADie Abkürzung steht für B-Zell-Reifungsantigen (aus dem Englischen für B-Cell Maturation Antigen). BCMA ist ein Eiweiß, das auf Myelomzellen zahlreich vorhanden ist., das auf der Oberfläche von Myelomzellen zahlreich vorhanden ist. Dadurch können die CAR-T-Zellen die Myelomzellen erkennen und gezielt angreifen.
Was passiert bei der Behandlung?
Wenn Sie eine Behandlung mit anderen Medikamenten gegen das Multiple Myelom erhalten, wird diese üblicherweise kurz vor der Behandlung mit CAR-T-Zellen ausgesetzt.
Die Behandlung mit CAR-T-Zellen umfasst mehrere Schritte:
Entnahme von T-Zellen
Aus Ihrem Blut wird eine bestimmte Art von Immunzellen gesammelt, die sogenannten T-ZellenT-Zellen sind weiße Blutkörperchen und gehören zur körpereigenen Immunabwehr. Sie erkennen Krankheitserreger und veränderte Zellen, wie Krebszellen, und machen sie unschädlich.. Dafür wird Ihr Blut aus einer Armvene über einen Schlauch in ein Gerät geleitet. Darin werden die T-Zellen abgesammelt. Das Blut fließt direkt über einen zweiten Schlauch in eine Vene an dem anderen Arm in Ihren Körper zurück. Manchmal sind die Armvenen dafür nicht geeignet. Dann wird eine große Vene am Hals oder unter dem Schlüsselbein genutzt und ein sogenannter zentraler Venenkatheter gelegt.
Eine Vorbehandlung wie bei einer Stammzellsammlung ist nicht notwendig.
Herstellung der CAR-T-Zellen
Die entnommenen T-Zellen werden in einem Labor gentechnisch verändert. Sie tragen dann auf ihrer Oberfläche einen Rezeptor (CAR), mit dem sie MyelomzellenMyelomzellen sind Krebszellen. Sie entstehen, wenn sich Plasmazellen verändern und unkontrolliert vermehren. gezielt erkennen und angreifen können.
Bis die CAR-T-Zellen hergestellt sind, dauert es einige Wochen. In dieser Zeit erhalten Sie in der Regel weitere Medikamente gegen das Multiple Myelom. Man nennt das eine Überbrückungstherapie. Sie dient dazu, die Wirksamkeit und Verträglichkeit der CAR-T-Zellen zu verbessern.
Gabe der CAR-T-Zellen
Bevor Sie die CAR-T-Zellen bekommen, erhalten Sie eine Chemotherapie über 3 Tage. Für die Infusion kann eine große Vene am Hals oder unter dem Schlüsselbein genutzt werden. Dafür wird ein sogenannter zentraler Venenkatheter gelegt. Oder sie erfolgt über eine Armvene. Durch die Chemotherapie können sich die CAR-T-Zellen später besser vermehren und ausbreiten.
Danach erhalten Sie die CAR-T-Zellen. Sie werden über den Venenkatheter in Ihr Blut geleitet.
Es kann sein, dass die Infusion der CAR-T-Zellen eine Entzündungsreaktion auslöst. Deshalb bekommen Sie kurz vor der Rückgabe der CAR-T-Zellen vorbeugende Medikamente.
Anschließend wird das Behandlungsteam in dem spezialisierten Zentrum Sie über mehrere Wochen regelmäßig untersuchen.
Wird die Behandlung dauerhaft durchgeführt?
Nein, die Behandlung mit CAR-T-Zellen ist keine Dauertherapie. Sie ist mit der Gabe der CAR-T-Zellen abgeschlossen und zielt darauf ab, dass Sie danach möglichst lange keine Behandlung gegen das Multiple Myelom brauchen.
Wie wirkt sich die Behandlung auf meinen Alltag aus?
Wie hoch ist der Zeitaufwand?
Die Behandlung wird an einem spezialisierten Zentrum durchgeführt. Von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt erfahren Sie, wo es spezialisierte Zentren gibt. In der Regel werden Sie für etwa 2 Wochen in dem Zentrum aufgenommen. Je nachdem, wie gut Sie die Behandlung vertragen, kann das aber auch länger sein. Auch danach haben Sie für mehrere Wochen noch engen Kontakt zu dem Zentrum. Sie werden dort regelmäßig untersucht und bei Nebenwirkungen behandelt. In den ersten 2 Wochen nach Ihrer Entlassung finden die Kontrollen täglich statt. Für etwa 3 Monate sollten Sie außerdem keine weiten Reisen einplanen.
Was ist sonst noch hilfreich zu wissen und zu beachten?
Ihr Behandlungsteam wird Ihnen genau erklären, worauf Sie nach der Behandlung achten sollten. Besonders in der Anfangszeit ist es wichtig, dass Sie eine Person haben, die für Sie da ist, Sie unterstützt und die Anzeichen für schwere Nebenwirkungen kennt. Das kann zum Beispiel jemand aus Ihrer Familie oder Ihrem Freundeskreis sein.
Wenn Sie berufstätig sind, wird es einige Zeit dauern, bis Sie wieder arbeiten können.
Außerdem können manche Nebenwirkungen der Behandlung Sie im Alltag einschränken, beispielsweise beim Autofahren. Unabhängig davon werden Sie in den ersten Wochen nach der Behandlung nicht selbst fahren dürfen.
Die Behandlung beeinträchtigt Ihre Immunabwehr. Dadurch sind Sie anfälliger für Infektionen. Möglicherweise werden Ihnen deshalb Medikamente zum Infektionsschutz verschrieben. Es ist außerdem sinnvoll, dass Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über Ihren Impfschutz sprechen. Sie erfahren dann, welche Impfungen für Sie vor und nach der Behandlung empfohlen sind.
Wirkt sich die Behandlung auf die Therapie bei einem erneuten Rückfall aus?
Welche Rolle spielt das Eiweiß BCMA?
Um die MyelomzellenMyelomzellen sind Krebszellen. Sie entstehen, wenn sich Plasmazellen verändern und unkontrolliert vermehren. gezielt zu erkennen, nutzt die Behandlung mit CAR-T-Zellen das Eiweiß BCMADie Abkürzung steht für B-Zell-Reifungsantigen (aus dem Englischen für B-Cell Maturation Antigen). BCMA ist ein Eiweiß, das auf Myelomzellen zahlreich vorhanden ist. auf der Oberfläche der Myelomzellen. Es gibt andere Behandlungen, die ebenfalls auf BCMA abzielen:
3-fach-Therapie mit ADCDie Abkürzung steht für Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (englisch: antibody drug conjugate). Das Wirkprinzip von ADC beruht darauf, dass ein Antikörper den Wirkstoff gezielt in Krebszellen einschleust. Beim Multiplen Myelom erkennt der Antikörper dafür ein bestimmtes Eiweiß (BCMA) auf den Myelomzellen.
bispezifische Antikörper (mit Ausnahme von Talquetamab)
Nach einer Behandlung mit CAR-T-Zellen können viele Monate bis einige Jahre bis zu einem Rückfall vergehen. Es gibt Hinweise, dass in dieser Situation bispezifische Antikörper, die auf BCMA abzielen, noch recht gut wirken können. Ob das bei einer 3-fach-Therapie mit ADC auch so ist, lässt sich bislang noch nicht gut abschätzen.
Therapien, die nicht auf BCMA abzielen, sind nach einer Behandlung mit CAR-T-Zellen unverändert wirksam.
Hinweis: In dem Bereich „Was mir wichtig ist“ können Sie die Vor- und Nachteile Ihrer Behandlungsmöglichkeiten vergleichen.
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