Vorheriges Thema: Nebenwirkungen

Hier können Sie die wichtigsten Fragen und Antworten zu den Behandlungsmöglichkeiten noch einmal direkt miteinander vergleichen.

Zusammenfassung der Behandlungsoptionen
CAR-T-Zellen Bispezifische Antikörper 3-fach-Therapie Erstmalige Stammzelltransplantation
Wie läuft die Behandlung ab?
  • Sammlung von T-Zellen aus dem Blut

  • Veränderung der T-Zellen im Labor zu CAR-T-Zellen

  • üblicherweise Überbrückungstherapie mit Medikamenten

  • Chemotherapie für etwa 3 Tage und Gabe der CAR-T-Zellen

  • keine dauerhafte Therapie

  • Medikamentengaben in einer Klinik oder Praxis

  • je nach Wirkstoff mit einer Spritze unter die Haut oder als Infusion in eine Vene

  • dauerhafte Therapie, solange sie wirkt und gut vertragen wird

  • umfasst 3 Medikamente

  • bei allen 3-fach-Therapien: Tabletteneinnahmen zu Hause

  • bei den meisten 3-fach-Therapien zusätzlich: Medikamentengaben in einer Klinik oder Praxis (Spritze unter die Haut oder Infusion in eine Vene)

  • dauerhafte Therapie, solange sie wirkt und gut vertragen wird

  • individuelle Induktionstherapie

  • Mobilisierung und Sammlung von Stammzellen aus dem Blut

  • Hochdosis-Chemotherapie

  • Infusion der Stammzellen

  • individuelle Erhaltungstherapie, solange sie wirkt und vertragen wird

Wie groß ist der Zeitaufwand?
  • Aufenthalt von etwa 2 Wochen in spezialisiertem Zentrum

  • danach für mehrere Wochen noch enger Kontakt zu dem Zentrum

  • zu Beginn meist: Klinikaufenthalt für mehrere Tage

  • dann: regelmäßige Termine zur Medikamentengabe und Kontrollen (je nach Wirkstoff alle 1-2 Wochen)

  • abhängig von der Kombination und individuellem Therapieplan

  • regelmäßige Termine zur Medikamentengabe, bzw. Kontrollen in einer Klinik oder Praxis

  • Aufenthalt von mehreren Wochen in spezialisiertem Zentrum

  • regelmäßige Kontrollen in dem Zentrum (etwa alle 3 Monate)

Was ist sonst noch hilfreich zu wissen?

Alle Behandlungen beeinträchtigen Ihre Immunabwehr. Dadurch werden Sie anfälliger für Infektionen.

  • In der Anfangszeit sollte eine Person aus dem persönlichen Umfeld für Sie da sein, die Anzeichen für Nebenwirkungen kennt.

  • In den ersten Wochen dürfen Sie nicht selbst Autofahren.

  • Einschränkungen beim Autofahren sind möglich

  • Bei einer 3-fach-Therapie mit einem Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC) sind Einschränkungen beim Autofahren möglich.

Bis Sie sich von der Transplantation erholt haben:

  • sind Sie besonders anfällig für Infektionen.

  • sollte eine Person für Sie da sein und Sie unterstützen.

  • werden Sie nicht selbst Auto fahren können.

Was ist das Ziel der Behandlung?

Alle Behandlungen zielen darauf ab, das Multiple Myelom zurückzudrängen und Ihr Leben bei möglichst guter Lebensqualität zu verlängern. Ein erneuter Rückfall der Krankheit soll möglichst lange vermieden werden.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Nicht alle Nebenwirkungen treten zwangsläufig bei jedem Menschen auf. Es gibt unterstützende Maßnahmen, um Nebenwirkungen zu vermeiden oder abzumildern.

Bei allen Behandlungen können auftreten:

  • erhöhte Infektanfälligkeit

  • Blutarmut (Anämie)

  • starke Erschöpfung (Fatigue)

  • Blutungsneigung

  • Magen-Darm-Beschwerden

Andere mögliche Nebenwirkungen unterscheiden sich je nach Behandlung:

  • Chemotherapie: Probleme beim Essen und Trinken, Haarverlust

  • Infusionsreaktionen wie Kurzatmigkeit, Schüttelfrost, Übelkeit

  • Entzündungsreaktion im ganzen Körper (Zytokin-Freisetzungs-Syndrom, kurz CRS)

  • Schädigung des Nervensystems (Neurotoxizität)

bei allen Wirkstoffen:

  • Entzündungsreaktion im ganzen Körper (Zytokin-Freisetzungs-Syndrom, kurz CRS)

  • Schädigung des Nervensystems (Neurotoxizität)

bei Talquetamab:

  • Schädigungen an Nägeln und Haut

  • trockener Mund, Geschmacks- und Schluckstörungen

  • Gewichtsabnahme

abhängig von den eingesetzten Medikamenten, zum Beispiel:

  • Infusionsreaktionen wie Kurzatmigkeit, Schüttelfrost, Übelkeit

  • Wassereinlagerungen

  • gesteigerter Appetit und Gewichtszunahme

  • Stimmungsschwankungen

  • Schädigung der Nerven (periphere Neuropathie)

  • Auswirkungen auf Augen und Haut

  • Mobilisierung der Stammzellen: Kopfschmerzen, Fieber, Schmerzen in Knochen und Gelenken

  • Hochdosis-Chemotherapie: Übelkeit und Erbrechen, Probleme beim Essen und Trinken, Haarverlust

  • Induktions- und Erhaltungstherapie: abhängig von den individuellen Medikamenten

Die Behandlungen können sich darin unterscheiden, wie gut sie wirken. Auf der anderen Seite kann eine höhere Wirksamkeit auch mit einem höheren Risiko für schwerwiegende Nebenwirkungen verbunden sein. Was dazu aus Studien bekannt ist, ist im Folgenden zusammengefasst:

CAR-T-Zellen und 3-fach-Therapien mit ADC im Vergleich

  • Ob Menschen mit einer der Behandlungen länger leben, lässt sich nicht sicher sagen.

  • Ob eine der Behandlungen das Multiple Myelom besser aufhält, lässt sich nicht sicher sagen.

  • Ob schwerwiegende Nebenwirkungen bei einer der Behandlungen häufiger sind, ist nicht klar.

CAR-T-Zellen und 3-fach-Therapien ohne ADC im Vergleich

  • Menschen, die mit CAR-T-Zellen behandelt werden, leben wahrscheinlich länger als bei einer 3-fach-Therapie ohne ADC.

  • Die Behandlung mit CAR-T-Zellen hält das Multiple Myelom wahrscheinlich besser auf als eine 3-fach-Therapie ohne ADC.

  • Langfristig treten schwerwiegende Nebenwirkungen mit CAR-T-Zellen und mit 3-fach-Therapien ohne ADC wahrscheinlich ähnlich oft auf. Untersucht ist das allerdings bisher nur für DaraPd und PVd. Das Risiko könnte mit CAR-T-Zellen aber auch etwas höher sein. Das betrifft vor allem die ersten Wochen nach der Behandlung mit CAR-T-Zellen.

TecDaraBei der Behandlung mit TecDara wird der bispezifische Antikörper Teclistamab (Tec) mit dem CD38-Antikörper Daratumumab (Dara) kombiniert. und CAR-T-Zellen im Vergleich

  • Ob die Lebenserwartung bei der Behandlung mit TecDara oder bei der Therapie mit CAR-T-Zellen höher ist, lässt sich nicht sicher sagen.

  • Die Behandlung mit TecDara hält das Multiple Myelom eventuell besser auf als eine Behandlung mit CAR-T-Zellen. Sicher sagen lässt sich das allerdings nicht.

  • Bei der Behandlung mit TecDara ist das Risiko für schwerwiegende Nebenwirkungen möglicherweise höher als bei der Therapie mit CAR-T-Zellen. Das lässt sich allerdings nicht mit Sicherheit sagen.

TecDaraBei der Behandlung mit TecDara wird der bispezifische Antikörper Teclistamab (Tec) mit dem CD38-Antikörper Daratumumab (Dara) kombiniert. und 3-fach-Therapien mit ADC im Vergleich

  • Ob Menschen bei der Behandlung mit TecDara länger leben als bei einer 3-fach-Therapie mit ADC, lässt sich nicht sicher sagen.

  • Möglicherweise kann die Behandlung mit TecDara das Multiple Myelom besser aufhalten als eine 3-fach-Therapie mit ADC. Sicher sagen lässt sich das allerdings nicht.

  • Ob schwerwiegende Nebenwirkungen mit TecDara häufiger auftreten als bei einer 3-fach-Therapie mit ADC, lässt sich nicht sicher sagen.

TecDaraBei der Behandlung mit TecDara wird der bispezifische Antikörper Teclistamab (Tec) mit dem CD38-Antikörper Daratumumab (Dara) kombiniert. und 3-fach-Therapien ohne ADC im Vergleich

  • Bei der Behandlung mit TecDara leben Menschen möglicherweise länger als bei einer 3-fach-Therapie ohne ADC.

  • Die Behandlung mit TecDara hält das Multiple Myelom besser auf als eine 3-fach-Therapie ohne ADC.

  • Bei der Behandlung mit TecDara sind schwerwiegende Nebenwirkungen wahrscheinlich häufiger als bei einer 3-fach-Therapie ohne ADC. Untersucht ist das allerdings bisher nur für DaraPd und DaraVd.

Bispezifische Antikörper in Monotherapie und andere Behandlungen im Vergleich

Bispezifische Antikörper in Monotherapie werden in der Regel erst später im Verlauf der Krankheit eingesetzt, wenn das Multiple Myelom wiederholt zurückgekehrt ist. Ob die Wirksamkeit und das Risiko für schwerwiegende Nebenwirkungen anders ist als bei den anderen Behandlungen, lässt sich nicht sagen. Es gibt keine Studie, die das vergleicht.

Erstmalige Stammzelltransplantation und andere Behandlungen im Vergleich

Ob die Wirksamkeit und das Risiko für schwerwiegende Nebenwirkungen bei einer erstmaligen Stammzelltransplantation anders ist als bei den anderen Behandlungen, lässt sich nicht sagen. Es gibt keine Studie, die das vergleicht.

Zum wissenschaftlichen Hintergrund:

Grundlage für die Entscheidungshilfe ist die systematische Auswertung wissenschaftlicher Studien und Leitlinien. Die Auswertung der Studien finden Sie im englischsprachigen Evidenzbericht.

Myeloma UK: Relapsed and refractory myeloma - Infopack for people with myeloma

Myeloma UK: CAR-T cell treatments - Horizons Infosheet



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