Wie läuft die Behandlung mit bispezifischen Antikörpern ab?
Zu den bispezifischen Antikörpern zählen verschiedene Wirkstoffe. Folgende Wirkstoffe wurden ausgewählt und sind in dieser Entscheidungshilfe für Sie enthalten:
Elranatamab Monotherapie
Linvoseltamab Monotherapie
Teclistamab Monotherapie
Talquetamab Monotherapie
Teclistamab kombiniert mit Daratumumab (TecDara)
Bispezifische Antikörper helfen Ihrer körpereigenen Immunabwehr, die MyelomzellenMyelomzellen sind Krebszellen. Sie entstehen, wenn sich Plasmazellen verändern und unkontrolliert vermehren. zu erkennen und anzugreifen. Ein bispezifischer Antikörper heftet sich mit einer Seite an eine T-ZelleT-Zellen sind weiße Blutkörperchen und gehören zur körpereigenen Immunabwehr. Sie erkennen Krankheitserreger und veränderte Zellen, wie Krebszellen, und machen sie unschädlich. . Mit der anderen Seite bindet er an ein Eiweiß auf der Oberfläche einer Myelomzelle. So führt der bispezifische Antikörper die beiden Zellen zusammen. Die T-Zelle wird dann aktiv und greift die Myelomzelle an.
Was passiert bei der Behandlung?
Zu Beginn der Behandlung wird die Dosis des bispezifischen Antikörpers langsam erhöht. Dabei bekommen Sie das Medikament mehrmals pro Woche, bis die volle Dosis erreicht ist. Danach bekommen Sie das Medikament seltener.
Elranatamab Monotherapie
Das Medikament wird Ihnen in einer Klinik oder Praxis mit einer Spritze unter die Haut gegeben. Sie erhalten das Medikament zunächst 1-mal pro Woche und später alle 2 Wochen.
Linvoseltamab Monotherapie
Das Medikament wird Ihnen in einer Klinik oder Praxis als Infusion in eine Vene gegeben. Sie bekommen das Medikament alle 2 Wochen.
Teclistamab Monotherapie
Das Medikament wird Ihnen in einer Klinik oder Praxis mit einer Spritze unter die Haut gegeben. Sie bekommen das Medikament 1-mal pro Woche.
Talquetamab Monotherapie
Das Medikament wird Ihnen in einer Klinik oder Praxis mit einer Spritze unter die Haut gegeben. Sie bekommen das Medikament üblicherweise alle 2 Wochen. Manchmal wird es auch 1-mal pro Woche gegeben.
Kombination von Teclistamab mit Daratumumab (TecDara)
Bei der Behandlung wird der bispezifische Antikörper Teclistamab (Tec) mit dem CD38-Antikörper Daratumumab (Dara) kombiniert. Sie erhalten beide Medikamente in einer Klinik oder Praxis. Teclistamab wird Ihnen mit einer Spritze unter die Haut gegeben. DaratumumabDer Wirkstoff Daratumumab ist ein CD38-Antikörper. Er heftet sich an ein Eiweiß (CD38) auf der Oberfläche von Myelomzellen. Dadurch werden eine ganze Reihe von Mechanismen aktiviert, die zum Absterben der Myelomzellen führen. wird Ihnen entweder mit einer Spritze unter die Haut oder als Infusion in eine Vene gegeben. Der Abstand zwischen den Behandlungsterminen verlängert sich mit der Zeit von 1 Woche auf 2 Wochen. Nach etwa einem halben Jahr bekommen Sie die Medikamente etwa 1-mal pro Monat.
Wenn ein bispezifischer Antikörper verabreicht wird, kann es zu einer Entzündungsreaktion kommen. Deshalb bekommen Sie vorbeugende Medikamente kurz bevor Ihnen der bispezifische Antikörper gegeben wird. Zusätzlich erhalten Sie am Anfang das Medikament zunächst in einer sehr niedrigen Dosis, die nach einigen Tagen erhöht wird.
Es kann auch sein, dass Sie während der gesamten Behandlung Medikamente bekommen, um Infektionen vorzubeugen.
Wird die Behandlung dauerhaft durchgeführt?
Solange die Behandlung wirkt und Sie sie gut vertragen, wird sie dauerhaft fortgeführt.
Kann ich die Behandlung abbrechen?
Grundsätzlich haben Sie die Möglichkeit, die Behandlung abzubrechen. Wenn Sie Ihre Behandlung beenden oder umstellen möchten, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über Ihre Bedenken und Wünsche. Gemeinsam können Sie dann die weiteren Möglichkeiten besprechen.
Wenn Sie Nebenwirkungen haben, die Sie sehr belasten, können Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen, welche Möglichkeiten es gibt, diese abzumildern.
Wie wirkt sich die Behandlung auf meinen Alltag aus?
Wie hoch ist der Zeitaufwand im Alltag?
Zu Beginn der Behandlung werden Sie üblicherweise für einige Tage stationär in einer Klinik aufgenommen. In dieser Zeit wird die Dosis des bispezifischen Antikörpers langsam erhöht. Das wird auch step-up-dosing genannt. Zunehmend gibt es heutzutage auch Möglichkeiten, die Dosiserhöhung ambulant durchzuführen.
Ist die volle Dosis erreicht, finden die weiteren Behandlungstermine ambulant in einer Klinik oder Praxis statt. Die Häufigkeit der Termine hängt davon ab, welchen Wirkstoff Sie bekommen und ob der Wirkstoff kombiniert wird.
Was ist sonst noch hilfreich zu wissen?
Die Behandlung beeinträchtigt Ihre Immunabwehr. Dadurch sind Sie anfälliger für Infektionen. Möglicherweise werden Ihnen deshalb Medikamente zum Infektionsschutz verschrieben. Es ist außerdem sinnvoll, wenn Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über Ihren Impfschutz sprechen.
Manche Nebenwirkungen der Behandlung können Sie einschränken, beispielsweise beim Autofahren.
Wirkt sich die Behandlung auf die Therapie bei einem erneuten Rückfall aus?
Wenn Sie mit einem bispezifischen Antikörper behandelt werden und einen erneuten Rückfall haben, kann es sein, dass folgende Therapien möglicherweise nicht mehr so gut wirken:
CAR-T-Zellen
ein anderer bispezifischer Antikörper
Welchen Einfluss eine Behandlung mit einem bispezifischen Antikörper auf eine spätere 3-fach-Therapie mit ADCDie Abkürzung steht für Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (englisch: antibody drug conjugate). Das Wirkprinzip von ADC beruht darauf, dass ein Antikörper den Wirkstoff gezielt in Krebszellen einschleust. Beim Multiplen Myelom erkennt der Antikörper dafür ein bestimmtes Eiweiß (BCMA) auf den Myelomzellen. hat, lässt sich bislang nicht gut abschätzen.
Hinweis: In dem Bereich „Was mir wichtig ist“ können Sie die Vor- und Nachteile Ihrer Behandlungsmöglichkeiten vergleichen.
Info und Disclaimer
Die Entscheidungshilfe soll das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt nicht ersetzen. Sie unterstützt Sie aber bei der Vorbereitung auf das ärztliche Gespräch. Trotz größter Sorgfalt bei der Erstellung können wir jedoch nicht ausschließen, dass sie Fehler enthält. Weitere Informationen finden Sie hier.
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