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Wie läuft die 3-fach-Therapie ab?

Die Therapie läuft in Zyklen ab. Dabei werden Sie auch behandlungsfreie Zeiten haben. Vor der Behandlung erhalten Sie einen individuellen Therapieplan und Ihre Ärztin oder Ihr Arzt bespricht mit Ihnen alle Einzelheiten.

Bei der Behandlung erhalten Sie 3 verschiedene Medikamente. Es gibt verschiedene Wirkstoff-Kombinationen. Folgende Kombinationen wurden ausgewählt und sind in dieser Entscheidungshilfe für Sie enthalten:

  • BelaPd

  • BelaVd

  • DaraKd

  • DaraPd

  • DaraRd

  • DaraVd

  • IsaKd

  • IsaPd

  • EloPd

  • EloRd

  • IxaRd

  • KRd

  • PVd

  • SelVd

Die Kombination BelaPd besteht aus:

  • dem Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC) Belantamab-Mafodotin (Bela)

  • dem Immun-Modulator Pomalidomid (P)

  • dem Glukokortikoid Dexamethason (d)

Die Kombination DaraRd besteht aus:

  • dem CD38-Antikörper Daratumumab (Dara)

  • dem Immun-Modulator Lenalidomid (R)

  • dem Glukokortikoid Dexamethason (d)

Die Kombination DaraVd besteht aus:

  • dem CD38-Antikörper Daratumumab (Dara)

  • dem Proteasom-Inhibitor Bortezomib (V)

  • dem Glukokortikoid Dexamethason (d)

Die Kombination BelaVd besteht aus:

  • dem Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC) Belantamab-Mafodotin (Bela)

  • dem Proteasom-Inhibitor Bortezomib (V)

  • dem Glukokortikoid Dexamethason (d)

Die Kombination DaraKd besteht aus:

  • dem CD38-Antikörper Daratumumab (Dara)

  • dem Proteasom-Inhibitor Carfilzomib (K)

  • dem Glukokortikoid Dexamethason (d)

Die Kombination DaraPd besteht aus:

  • dem CD38-Antikörper Daratumumab (Dara)

  • dem Immun-Modulator Pomalidomid (P)

  • dem Glukokortikoid Dexamethason (d)

Die Kombination IsaKd besteht aus:

  • dem CD38-Antikörper Isatuximab (Isa)

  • dem Proteasom-Inhibitor Carfilzomib (K)

  • dem Glukokortikoid Dexamethason (d)

Die Kombination IsaPd besteht aus:

  • dem CD38-Antikörper Isatuximab (Isa)

  • dem Immun-Modulator Pomalidomid (P)

  • dem Glukokortikoid Dexamethason (d)

Die Behandlung ist für Menschen zugelassen, die vorher mindestens 2 andere Therapien erhalten haben.

Die Kombination EloPd besteht aus:

  • dem Antikörper Elotuzumab (Elo)

  • dem Immun-Modulator Pomalidomid (P)

  • dem Glukokortikoid Dexamethason (d)

Die Behandlung ist für Menschen zugelassen, die vorher mindestens 2 andere Therapien erhalten haben.

Die Kombination EloRd besteht aus:

  • dem Antikörper Elotuzumab (Elo)

  • dem Immun-Modulator Lenalidomid (R)

  • dem Glukokortikoid Dexamethason (d)

Die Kombination IxaRd besteht aus:

  • dem Proteasom-Inhibitor Ixazomib (Ixa)

  • dem Immun-Modulator Lenalidomid (R)

  • dem Glukokortikoid Dexamethason (d)

Die Kombination KRd besteht aus:

  • dem Proteasom-Inhibitor Carfilzomib (K)

  • dem Immun-Modulator Lenalidomid (R)

  • dem Glukokortikoid Dexamethason (d)

Die Kombination PVd besteht aus:

  • dem Immun-Modulator Pomalidomid (P)

  • dem Proteasom-Inhibitor Bortezomib (V)

  • dem Glukokortikoid Dexamethason (d)

Die Kombination SelVd besteht aus:

  • dem Eiweiß-Transport-Inhibitor Selinexor (Sel)

  • dem Proteasom-Inhibitor Bortezomib (V)

  • dem Glukokortikoid Dexamethason (d)

Was passiert bei der Behandlung?

Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC)

Belantamab-Mafodotin (Bela) wird Ihnen als Infusion in eine Vene gegeben. Dafür haben Sie üblicherweise alle 3 Wochen oder 4 Wochen einen Termin in einer Klinik oder Praxis.

Das Medikament ist ein sogenanntes Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC). Das Wirkprinzip von ADC beruht darauf, dass ein AntikörperAntikörper sind Eiweiße, die im Blut zirkulieren. Sie werden von Immunzellen gebildet, um Krankheitserreger und Fremdstoffe abzuwehren. Antikörper können weitere Abwehrzellen anlocken und Erreger unschädlich machen. den Wirkstoff gezielt in Krebszellen einschleust. Der Antikörper heißt Belantamab. Er erkennt ein bestimmtes Eiweiß (BCMADie Abkürzung steht für B-Zell-Reifungsantigen (aus dem Englischen für B-Cell Maturation Antigen). BCMA ist ein Eiweiß, das auf Myelomzellen zahlreich vorhanden ist.) auf der Oberfläche von MyelomzellenMyelomzellen sind Krebszellen. Sie entstehen, wenn sich Plasmazellen verändern und unkontrolliert vermehren.. Dadurch gelangt der Wirkstoff Mafodotin in die Myelomzellen und bewirkt, dass die Zellen absterben. Zusätzlich wird die körpereigene Immunabwehr angeregt, Myelomzellen anzugreifen.

CD38-Antikörper

Zu den CD38-Antikörpern gehören die Wirkstoffe Daratumumab (Dara) und Isatuximab (Isa).

Für beide Wirkstoffe gilt: Sie erhalten das Medikament in einer Klinik oder Praxis. Es wird Ihnen entweder mit einer Spritze unter die Haut oder als Infusion in eine Vene gegeben. Zu Beginn der Behandlung bekommen Sie das Medikament wöchentlich. Die Abstände verlängern sich später auf mehrere Wochen.

CD38-Antikörper heften sich an ein bestimmtes Eiweiß (CD38) auf der Oberfläche von MyelomzellenMyelomzellen sind Krebszellen. Sie entstehen, wenn sich Plasmazellen verändern und unkontrolliert vermehren.. Dadurch werden eine ganze Reihe von Mechanismen aktiviert, die zum Absterben der Myelomzellen führen.

Elotuzumab

Sie erhalten das Medikament in einer Klinik oder Praxis. Es wird Ihnen als Infusion in eine Vene gegeben. Zu Beginn der Behandlung bekommen Sie Elotuzumab wöchentlich. Die Abstände verlängern sich später auf mehrere Wochen.

Elotuzumab ist ein Antikörper, der sich an ein Eiweiß auf der Oberfläche von MyelomzellenMyelomzellen sind Krebszellen. Sie entstehen, wenn sich Plasmazellen verändern und unkontrolliert vermehren. heftet. Insgesamt bewirkt das Medikament, dass die körpereigene Immunabwehr die Myelomzellen besser und effektiver angreifen kann.

Selinexor

Sie nehmen das Medikament zu Hause als Tablette ein, üblicherweise 1-mal pro Woche.

Verschiedene körpereigene Eiweiße können Krebszellen daran hindern, sich zu vermehren. Krebszellen können diese Eiweiße jedoch ausschleusen, um sich zu schützen. Dieser Mechanismus wird durch das Medikament blockiert.

Immun-Modulator

Zu den Immun-Modulatoren gehören die Wirkstoffe Pomalidomid (P) und Lenalidomid (R).

Für beide Wirkstoffe gilt: Sie nehmen das Medikament als Kapsel zu Hause ein. Während der Behandlung gibt es Wochen, in denen Sie das Medikament täglich einnehmen.

Die Medikamente hemmen das Wachstum der MyelomzellenMyelomzellen sind Krebszellen. Sie entstehen, wenn sich Plasmazellen verändern und unkontrolliert vermehren.. Zusätzlich wird die körpereigene Immunabwehr angeregt, Myelomzellen anzugreifen.

Proteasom-Inhibitor

Zu den Proteasom-Inhibitoren gehören die Wirkstoffe Bortezomib (V), Carfilzomib (K) und Ixazomib (Ixa).

Wenn Sie Bortezomib oder Carfilzomib erhalten, wird Ihnen das Medikament mit einer Spritze unter die Haut gegeben. Dafür werden Sie 1- bis 2-mal pro Woche einen Termin in einer Klinik oder Praxis haben.

Wenn Sie Ixazomib erhalten, nehmen Sie das Medikament zu Hause als Kapsel ein, üblicherweise 1-mal pro Woche.

Die Medikamente hemmen (inhibieren) das sogenannte Proteasom. Das Proteasom ist in Körperzellen dafür zuständig, überschüssige Eiweiße zu entfernen. MyelomzellenMyelomzellen sind Krebszellen. Sie entstehen, wenn sich Plasmazellen verändern und unkontrolliert vermehren. bilden außergewöhnlich viele Eiweiße. Wird das Proteasom gehemmt und kommt mit dem Abbau der Eiweiße nicht hinterher, sterben die Myelomzellen ab.

Dexamethason

Dexamethason ist ein GlukokortikoidGlukokortikoide sind Wirkstoffe, die entzündungshemmend wirken, die körpereigene Immunabwehr unterdrücken und den Stoffwechsel beeinflussen. Der Begriff Kortison wird umgangssprachlich häufig für alle Wirkstoffe aus dieser Medikamentengruppe verwendet. Glukokortikoide kommen auch natürlicherweise im Körper als Hormon vor. Dazu gehört etwa das Kortisol. (auch Kortison genannt). Während der Behandlung gibt es Wochen, in denen Sie das Medikament regelmäßig zu Hause als Tablette einnehmen, meistens 1-mal am Tag.

Dexamethason wirkt entzündungshemmend und hindert die MyelomzellenMyelomzellen sind Krebszellen. Sie entstehen, wenn sich Plasmazellen verändern und unkontrolliert vermehren. am Wachstum. Außerdem unterstützt es die Wirkung der anderen Medikamente.

Wird die Behandlung dauerhaft durchgeführt?

Solange die Behandlung wirkt und Sie sie gut vertragen, wird sie dauerhaft fortgeführt.

Kann ich die Behandlung abbrechen?

Grundsätzlich haben Sie die Möglichkeit, die Behandlung abzubrechen. Sie sollten Ihre Medikamente aber nicht eigenständig absetzen. Wenn Sie Ihre Behandlung beenden oder umstellen möchten, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über Ihre Bedenken und Wünsche. Gemeinsam können Sie dann die weiteren Möglichkeiten besprechen.

Sollten Sie ein Medikament sehr schlecht vertragen, besteht zum Beispiel die Möglichkeit, die Dosis zu verringern oder das Medikament seltener zu geben. Manchmal werden auch einzelne oder mehrere Medikamente weggelassen.

Wenn Sie Nebenwirkungen haben, die Sie sehr belasten, können Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen, welche Möglichkeiten es gibt, diese abzumildern.

Wie wirkt sich die Behandlung auf meinen Alltag aus?

Wie hoch ist der Zeitaufwand im Alltag?

Wie hoch der Zeitaufwand für Sie ist, hängt von Ihrem individuellen Therapieplan ab. Ihr Behandlungsteam bespricht mit Ihnen im Vorfeld alle Einzelheiten.

Einige der Medikamente erhalten Sie in einer Praxis oder Klinik. Dafür müssen Sie Termine vereinbaren. Hinzu kommen die Anfahrtszeiten. Andere Medikamente nehmen Sie zu Hause ein. Während der gesamten Therapie wird Ihr Behandlungsteam Sie regelmäßig untersuchen.

Was ist sonst noch hilfreich zu wissen?

Die Behandlung kann am besten wirken, wenn Sie die Medikamente in den vorgesehenen Abständen erhalten. Die Tabletten nehmen Sie mitunter zu verschiedenen Tageszeiten und in unterschiedlichen Abständen ein. Um nicht durcheinander zu kommen, kann eine Tablettenbox hilfreich sein. Sollten Sie dennoch bemerken, dass Sie eine Dosis vergessen haben, sprechen Sie mit Ihrem Behandlungsteam darüber. Außerdem ist es sinnvoll, wenn Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über Ihren Impfschutz sprechen.

Das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC) Belantamab-Mafodotin kann sich auf Ihre Augen auswirken. Das kann Sie einschränken, beispielsweise beim Lesen oder Autofahren. Maßnahmen, wie etwa befeuchtende Augentropfen können helfen. Außerdem kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die nächste Medikamentengabe aufschieben. In der Regel bilden sich Sehstörungen dann zurück. Auf das Tragen von Kontaktlinsen sollten Sie bei der Behandlung verzichten.

Wirkt sich die Behandlung auf die Therapie bei einem erneuten Rückfall aus?

Sollte die Behandlung bei Ihnen nicht oder nicht mehr wirken, sind die MyelomzellenMyelomzellen sind Krebszellen. Sie entstehen, wenn sich Plasmazellen verändern und unkontrolliert vermehren. eventuell unempfindlich gegen einen oder mehrere Wirkstoffe geworden. Bei der nächsten Behandlung werden diese Wirkstoffe deshalb in der Regel nicht mehr eingesetzt. Dann wird Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Ihnen andere Wirkstoffe anbieten. Manchmal kann ein Wirkstoff auch zu späterer Zeit wieder eingesetzt werden.

Welche Rolle spielt das Eiweiß BCMA?

Die 3-fach-Therapien BelaPdBelaPd ist eine 3-fach-Therapie mit ADC (Antikörper-Wirkstoff-Konjugat). Die Abkürzung steht für die Medikamente Belantamab-Mafodotin (Bela), Pomalidomid (P) und Dexamethason (d). und BelaVdBelaVd ist eine 3-fach-Therapie mit ADC (Antikörper-Wirkstoff-Konjugat). Die Abkürzung steht für die Medikamente Belantamab-Mafodotin (Bela), Bortezomib (V) und Dexamethason (d). enthalten ein Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC). ADC nutzt ein bestimmtes Eiweiß auf den MyelomzellenMyelomzellen sind Krebszellen. Sie entstehen, wenn sich Plasmazellen verändern und unkontrolliert vermehren., um sie gezielt zu erkennen. Dieses Eiweiß heißt BCMADie Abkürzung steht für B-Zell-Reifungsantigen (aus dem Englischen für B-Cell Maturation Antigen). BCMA ist ein Eiweiß, das auf Myelomzellen zahlreich vorhanden ist.. Es gibt andere Behandlungen, die ebenfalls auf BCMA abzielen:

  • CAR-T-Zellen

  • Bispezifische Antikörper (mit Ausnahme von Talquetamab)

Wenn Sie jetzt eine 3-fach-Therapie mit ADC erhalten und einen erneuten Rückfall haben, kann sich das möglicherweise auf die Wirksamkeit dieser Behandlungen auswirken.

Hinweis: In dem Bereich „Was mir wichtig ist“ können Sie die Vor- und Nachteile Ihrer Behandlungsmöglichkeiten vergleichen.



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