Welche Nebenwirkungen sind möglich?
Hier möchten wir Ihnen einen Überblick über Nebenwirkungen und Komplikationen geben. Weil wir uns auf einige wichtige Angaben beschränken, können in Ihren Aufklärungsbögen oder in den Beipackzetteln der Medikamente weitere Nebenwirkungen und Komplikationen genannt sein. In einem ausführlichen Aufklärungsgespräch werden Ihnen die Nebenwirkungen erläutert.
Welche Nebenwirkungen auftreten, ist individuell unterschiedlich. Das bedeutet, dass nicht alle Nebenwirkungen zwangsläufig bei jedem Menschen auftreten. Zusätzlich gibt es unterstützende Maßnahmen, um Nebenwirkungen zu vermeiden oder abzumildern.
Nicht nur die Erkrankung, sondern auch die Behandlung kann Ihre Blutbildung beeinträchtigen. Dadurch kann sich das Blutbild verschlechtern:
Sind zu wenig weiße BlutkörperchenWeiße Blutkörperchen oder Leukozyten sind Blutzellen, die Krankheitserreger erkennen und unschädlich machen. vorhanden, werden Sie anfälliger für Infektionen.
Sind zu wenig rote BlutkörperchenRote Blutkörperchen oder Erythrozyten sind Blutzellen, die Sauerstoff durch den Körper transportieren. vorhanden, kann eine Blutarmut (Anämie) entstehen.
Sind zu wenig BlutplättchenBlutplättchen, auch Thrombozyten genannt, sind Bestandteile unseres Blutes. Die wichtigste Aufgabe von Blutplättchen ist die Blutgerinnung. vorhanden, steigt die Blutungsneigung.
Auch eine FatigueFatigue ist ein Zustand starker und anhaltender Schwäche und schneller Erschöpfbarkeit. Die Fähigkeit körperlich und geistig zu arbeiten ist eingeschränkt. Die Erschöpfung bessert sich kaum durch Erholung und Ruhe. und Magen-Darm-Beschwerden sind möglich.
Außerdem kann es zu Schädigungen der Nerven (periphere Neuropathien) mit Kribbeln, Taubheit oder Schmerzen kommen.
Bei der Infusion der CD38-Antikörper kann es zu Reaktionen wie Kurzatmigkeit, Husten, Schüttelfrost, Übelkeit und Blutdruck-Anstieg kommen. Um das zu vermeiden, erfolgt die Infusion sehr langsam. Daratumumab ist auch als Spritze unter die Haut verfügbar. Damit sind solche Reaktionen wesentlich seltener. Unabhängig von der Anwendungsform erhalten Sie Medikamente, um die Reaktionen abzumildern.
Im Folgenden finden Sie weitere mögliche Nebenwirkungen der verschiedenen Medikamente einer 4-fach-Therapie:
Daratumumab: Muskelkrämpfe und Wassereinlagerungen (Ödeme)
Isatuximab: Kurzatmigkeit
Bortezomib: Hautausschlag
Lenalidomid:
Augenprobleme wie verschwommenes Sehen, Linsentrübung oder Infektionen
Blutgerinnsel
Hautausschlag
Dexamethason:
Stimmungsschwankungen
Hautveränderungen wie Dehnungsstreifen
Schlafstörungen
Muskelschwäche
Wassereinlagerungen (Ödeme)
Reizungen oder Schädigungen der Magenschleimhaut
gesteigerter Appetit
erhöhter Blutzucker
Sollten Sie ein Medikament schlecht vertragen, können Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen, welche Möglichkeiten es gibt. Eine Verringerung der Dosis bis hin zum Weglassen des Medikamentes kann dann beispielsweise helfen.
Können Nebenwirkungen schwer verlaufen?
Durch die Medikamente werden Sie anfälliger für Infektionen. Verläuft eine Infektion schwer, kann es sein, dass Sie zusätzlich intensiv behandelt werden müssen. Manchmal ist das auch verbunden mit einem Klinikaufenthalt.
Nebenwirkungen mit einem schweren Verlauf sind bei der alleinigen 4-fach-Therapie möglicherweise seltener als bei einer zusätzlichen Stammzelltransplantation. Wie groß der Unterschied ist, lässt sich nicht beziffern.
Info und Disclaimer
Die Entscheidungshilfe soll das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt nicht ersetzen. Sie unterstützt Sie aber bei der Vorbereitung auf das ärztliche Gespräch. Trotz größter Sorgfalt bei der Erstellung können wir jedoch nicht ausschließen, dass sie Fehler enthält. Weitere Informationen finden Sie hier.