Wie wirkt sich die Behandlung auf meinen Alltag aus?
Wie hoch ist der zusätzliche Zeitaufwand durch die Transplantation?
Die Stammzelltransplantation ist in der Regel mit einem Klinikaufenthalt von mehreren Wochen verbunden. Wenn sich Ihre Blutwerte nach der Transplantation genug verbessert haben, können Sie die Klinik verlassen. Dennoch wird es einige Monate dauern, bis Sie sich von dem Eingriff erholt haben.
Kontrollen nach der Transplantation finden üblicherweise alle 3 Monate statt.
Was kann ich selbst noch tun?
Wenn Sie nach der Stammzelltransplantation aus der Klinik entlassen werden, ist Ihr Abwehrsystem zunächst noch sehr schwach. Es kann bis zu einem halben Jahr dauern, bis es sich erholt. In dieser Zeit ist es wichtig, dass Sie sich besonders gut vor Erregern schützen. Dazu zählt zum Beispiel, dass Sie:
den Kontakt zu Menschen vermeiden, die eine Infektion haben und sei es auch eine einfache Erkältung.
Orte meiden, an denen sich viele Menschen aufhalten, wie zum Beispiel öffentliche Verkehrsmittel.
auf eine gute Hygiene achten. Dazu gehört etwa das Händewaschen, zum Beispiel vor dem Essen. Aber auch die Haushaltshygiene zählt dazu. Ihre Klinik wird mit Ihnen besprechen, worauf Sie achten sollten.
auf bestimmte Lebensmittel verzichten, wie etwa rohes Fleisch und roher Fisch oder nicht-pasteurisierte Milchprodukte.
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann Ihnen Hinweise geben, was Sie bei Anzeichen einer Infektion tun sollten.
Viele Menschen erleben außerdem nach der Transplantation zunächst eine Zeit mit starker Erschöpfung (FatigueFatigue ist ein Zustand starker und anhaltender Schwäche und schneller Erschöpfbarkeit. Die Fähigkeit körperlich und geistig zu arbeiten ist eingeschränkt. Die Erschöpfung bessert sich kaum durch Erholung und Ruhe.). In der Anfangszeit ist es gut, wenn Sie eine Person haben, die bei Bedarf für Sie da ist und Sie unterstützt. Das kann jemand aus Ihrer Familie oder Ihrem Bekanntenkreis sein. Bei Ihrer Krankenkasse können Sie erfahren, welche weiteren Möglichkeiten der Unterstützung es gibt.
Es wird auch einige Zeit dauern, bis Sie wieder in das Berufsleben zurückkehren können.
Alle Impfungen, die Sie im Laufe Ihres Lebens erhalten haben, sind nach der Stammzelltransplantation nicht mehr oder nur noch sehr begrenzt wirksam. Deshalb ist es nötig, Ihren Impfschutz grundlegend neu aufzubauen.
Sowohl durch die Erkrankung selbst als auch durch die Medikamente werden Ihre Nieren belastet. Deshalb ist es wichtig, dass Sie ausreichend trinken.
Manche Nahrungsergänzungsmittel können die Wirksamkeit der Behandlung beeinflussen. Wenn Sie Nahrungsergänzungsmittel einnehmen möchten, sprechen Sie vorher mit Ihrem Behandlungsteam darüber.
Alkohol kann die Nebenwirkungen mancher Medikamente verstärken.
Was ist sonst noch hilfreich zu wissen?
Vielleicht tut es Ihnen gut, sich mit anderen Menschen auszutauschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Informationen zur Selbsthilfe bietet zum Beispiel die überregionale Patientenorganisation Myelom.Online e.V. Dort erfahren Sie auch, welche regionalen Gruppen es gibt, wie etwa die Myelom Selbsthilfegruppe Südwest oder die Plasmozytom / Multiples Myelom Selbsthilfegruppe NRW e.V.
Eine Psychoonkologin oder ein Psychoonkologe kann Sie und Ihre Angehörigen dabei unterstützen, mit der emotionalen Belastung umzugehen. Ihre regionale Krebsberatungsstelle informiert Sie zu weiteren Unterstützungsmöglichkeiten und hilft bei sozialrechtlichen Fragen.
Info und Disclaimer
Die Entscheidungshilfe soll das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt nicht ersetzen. Sie unterstützt Sie aber bei der Vorbereitung auf das ärztliche Gespräch. Trotz größter Sorgfalt bei der Erstellung können wir jedoch nicht ausschließen, dass sie Fehler enthält. Weitere Informationen finden Sie hier.