Die Möglichkeiten
ALKALK steht für anaplastische Lymphomkinase. Das ist eine spezielle Andockstelle (Rezeptor) auf verschiedenen Zellen. Sie ist zum Beispiel bei der Teilung und Reifung von Nervenzellen beteiligt. Eine genetische Veränderung, die sogenannte Translokation, kann diesen Rezeptor verändern. Dadurch erhalten die Zellen fälschlicherweise das Signal, sich übermäßig zu teilen.-positiver Lungenkrebs unterscheidet sich in der Behandlung von anderen Lungenkrebsarten. Behandlungen wie eine Chemotherapie wirken bei ALK-positivem Lungenkrebs im Schnitt weniger gut als bei Lungenkrebs ohne ALK-Genveränderung. Dafür gibt es aber die Möglichkeit, zielgerichtete Medikamente (ALK-Hemmer) einzusetzen – sie hemmen gezielt den krebsfördernden Einfluss der ALK-Genveränderung. Es gibt verschiedene ALK-Hemmer. In dieser Entscheidungshilfe geht es um die ALK-Hemmer Alectinib, Brigatinib und Lorlatinib.
ALK-Hemmer werden in der Fachsprache auch ALK-Inhibitoren genannt. Sie gehören zur Medikamentengruppe der Tyrosinkinase-Hemmer (TKI).
Das Ziel der Behandlungen mit ALK-Hemmern ist, dass der Krebs langsamer wächst, nicht weiter fortschreitet oder sich sogar zurückbildet. Dadurch sollen sich mögliche Beschwerden und die Lebensqualität bessern oder zumindest nicht verschlechtern. ALK-Hemmer können den Lungenkrebs jedoch nicht heilen.
Unterstützende Behandlung
Unabhängig davon, wofür Sie sich entscheiden, bekommen Sie bei Bedarf unterstützende (supportive) Maßnahmen. Sie sollen helfen, Beschwerden der Krankheit oder Nebenwirkungen der Behandlung zu llindern. Unterstützende Maßnahmen sind auch möglich, wenn die Krebsbehandlungen ausgeschöpft sind oder Sie sich gegen eine weitere Krebsbehandlung entscheiden.
Je nach Ihren persönlichen Bedürfnissen können zum Beispiel infrage kommen:
Schmerzlinderung
psychologische Unterstützung (Psychoonkologie)
Krankengymnastik (Physiotherapie)
Linderung von Magen-Darm-Beschwerden
Unterstützung bei der Körperpflege
Hilfe im Alltag
Bei einer sogenannten bestmöglichen unterstützenden Behandlung (englisch: Best Supportive Care) können verschiedene Therapien, Hilfsmittel und Medikamente zum Einsatz kommen, um eine möglichst gute Lebensqualität zu erreichen. Die Behandlung dient also nicht dazu, den Lungenkrebs zu bekämpfen, sondern die Folgen zu mildern. Es lässt sich nicht für einen einzelnen Menschen voraussagen, wie lange die Lebenserwartung noch sein wird. Sie hängt vor allem vom Stadium und den genauen Merkmalen der Lungenkrebserkrankung ab. Hat der Lungenkrebs bereits gestreut (Stadium 4), beträgt die Lebenserwartung oft nur wenige Monate. Dies ist jedoch ein Durchschnittswert und Ihre Lebenserwartung kann auch deutlich länger oder kürzer sein.
Bei einer bestmöglichen unterstützenden Behandlung haben Sie regelmäßig Termine bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Zahlreiche Angebote können Sie bei sich zu Hause in Anspruch nehmen, zum Beispiel Hilfe bei der Körperpflege oder im Haushalt. Für Physiotherapie oder Psychotherapie haben Sie meist wöchentliche Termine in einer Praxis. Manche Fachkräfte bieten auch Hausbesuche an.
Sie können die Behandlungen und Angebote jederzeit beenden. Sie können sich auch später noch für eine medikamentöse Behandlung mit ALK-Hemmern entscheiden, wenn aus medizinischer Sicht nichts dagegen spricht. Es ist jedoch möglich, dass der Lungenkrebs in der Zwischenzeit fortschreitet.
Zusätzlich zu einer bestmöglichen unterstützenden Behandlung oder zu zielgerichteten Medikamenten kann Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt weitere Behandlungen empfehlen, zum Beispiel eine Bestrahlung. Dies bespricht Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit Ihnen.
Der Arzt beschreibt, was von der Behandlung zu erwarten ist
Der Arzt spricht über die Lebenserwartung mit der Therapie
Wenn Sie keine zielgerichtete Therapie möchten
Hier finden Sie Informationen zu den verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten der ALK-Hemmern:
Info und Disclaimer
Die Entscheidungshilfe soll das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt nicht ersetzen. Sie unterstützt Sie aber bei der Vorbereitung auf das ärztliche Gespräch. Trotz größter Sorgfalt bei der Erstellung können wir jedoch nicht ausschließen, dass sie Fehler enthält. Weitere Informationen finden Sie hier.