Die Möglichkeiten

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Gewicht zu verlieren und hierdurch auch Ihr Allgemeinbefinden zu verbessern. Sie können zum Beispiel an konservativen Therapieprogrammen zur Gewichtsreduktion teilnehmen, sich einer Magenoperation unterziehen oder eine Kombination aus beidem versuchen.

Im Folgenden stellen wir Ihnen 3 Behandlungsmöglichkeiten vor. Keine dieser Behandlungen ist derzeit als die „beste“ empfohlen, vielmehr haben alle davon unterschiedliche Vor- und Nachteile. Basierend auf den hier zusammengefassten Informationen können Sie zusammen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt die für Sie am besten geeignete Behandlung aussuchen.

Multimodale konservative Behandlung

Im interdisziplinären Adipositas-Zentrum Kiel des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) haben Sie die Wahl zwischen 2 Programmen zur multimodalen Adipositasbehandlung.

In der Tagesklinik zur Komplextherapie der Adipositas erhalten Patientinnen und Patienten mit einem BMI über 40 kg/m² (mit einer Adipositas Grad III) einmal pro Woche individuell abgestimmte fachliche Hilfe bei der Umstellung ihrer Ernährungs- und Lebensgewohnheiten.

Für Personen mit einem BMI über 35 kg/m² bietet das Adipositas-Zentrum Kiel das OPTIFAST® 52 Programm an, ein multimodales ambulantes Behandlungsprogramm über 12 Monate.

Magenverkleinerung

Bei der Magenverkleinerung wird durch eine Operation ein Teil des Magens entfernt. Es entsteht ein sogenannter Schlauchmagen, der weniger Nahrung aufnehmen kann. Das Sättigungsgefühl setzt deutlich schneller ein und hält auch länger an als zuvor.

Magenbypass

Ein Magenbypass sorgt dafür, dass die Nahrung und die Verdauungssäfte einen großen Teil des Magens und des Darms umgehen. Dabei können unterschiedlich lange Abschnitte des Dünndarms umgangen werden. Durch diese „Umleitung“ können Sie nur noch kleinere Portionen essen, fühlen sich schneller satt und nehmen weniger Nährstoffe aus der Nahrung auf.

Beim klassischen Magenbypass wird der Dünndarm durchtrennt und neu mit dem verkleinerten Magen verbunden. Beim Mini-Magenbypass findet keine Durchtrennung des Darms statt.

Für alle Behandlungsmöglichkeiten gilt:

Wie wirkt sich die Behandlung auf meinen Allgemeinzustand und auf Begleiterkrankungen aus?

Personen mit starkem Übergewicht haben häufig noch weitere Erkrankungen oder Beschwerden. Zudem erhöht eine Adipositas das Risiko für verschiedene Krankheiten. Durch eine Gewichtsabnahme können sich beispielsweise eine Zuckerkrankheit (Diabetes Typ 2), Bluthochdruck, nächtliche Atemaussetzer (Schlafapnoe) sowie Fettstoffwechselstörungen verbessern oder sogar ganz verschwinden. Ein geringeres Körpergewicht wirkt sich auch positiv auf Gelenkprobleme wie Arthrose aus.

Der Gewichtsverlust kann es Ihnen erleichtern, sich wieder mehr und freier zu bewegen. Mit einem niedrigeren Gewicht wird es Ihnen beispielsweise wieder leichter fallen, längere Strecken zu gehen, Treppen zu steigen oder von einem Stuhl aufzustehen. So können Sie wieder aktiver am Alltag und Berufsleben teilnehmen. Dies kann sich auch förderlich auf Ihre Stimmung, Ihr Selbstvertrauen sowie Ihr Körperbild auswirken. Sie können ein gesundes, ausgewogenes Ess- und Bewegungsverhalten entwickeln, wodurch Sie zu Ihrer Gesundheit beitragen können.

Wie wirkt sich die Behandlung auf meine Lebensqualität aus?

Ein Gewichtsverlust erhöht die körperliche Leistungsfähigkeit. Dies haben andere Personen als „befreiend“ und als „Start in ein neues Leben“ beschrieben, da es ihnen ermöglicht, wieder aktiver in der Freizeit und im Berufsleben zu sein. Dabei hat es keinen Einfluss, für welche Behandlungsmöglichkeit Sie sich entscheiden.

Kann die Behandlung mein Leben verlängern?

Durch eine Gewichtsabnahme können Sie verschiedene Gesundheitsrisiken senken, die mit einem starken Übergewicht zusammenhängen. Ein geringeres Körpergewicht und ein aktiverer Lebensstil können dazu beitragen, dass Sie länger leben.

Wie wichtig ist Therapietreue?

Die Weiterführung Ihrer umgestellten Ernährungs- und Lebensgewohnheiten ist besonders entscheidend, um Ihr Wunschgewicht langfristig zu halten. Auch wenn eine Gewichtsabnahme einiges an Zeit und Arbeit erfordert, lohnt es sich durchzuhalten.

Was muss ich sonst noch beachten?

Um die neuen Ernährungs- und Lebensgewohnheiten beizubehalten, können Selbsthilfegruppen, eine psychologische Beratung sowie der Austausch mit anderen die Motivation und die Ausdauer fördern. Patientinnen und Patienten berichten, dass ihnen beispielsweise Gruppenstunden mit anderen sowie die gegenseitige Unterstützung sehr helfen.

Sie sollten sich pro Woche mindestens 2,5 Stunden bewegen. Das Bewegungsprogramm sollte dabei passend auf Sie abgestimmt sein. Dazu gehören leichte Tätigkeiten wie Gehen bis hin zu Krafttraining.

Bei einem hohen Gewichtsverlust bilden sich größere Hautlappen durch den Hautüberschuss. Eine sorgfältige Hautpflege kann wunden Stellen und Infektionen vorbeugen. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann Sie über Möglichkeiten zur Entfernung der überschüssigen Haut informieren.

Da Adipositas im deutschen Gesundheitssystem noch nicht als offizielle Erkrankung anerkannt ist, sollten Sie sich bei Ihrer Krankenkasse informieren. Bei vielen Kassen ist es nötig, einen Antrag zur Kostenübernahme für die Therapie zu stellen. Welche Behandlungen die Krankenkassen bezahlen, kann deutlich voneinander abweichen. Es kann sein, dass Sie selbst etwas zuzahlen müssen.