Die Möglichkeiten

Im Folgenden sprechen wir immer von den Wirkstoffnamen. Bitte beachten Sie, dass es verschiedene Handelsnamen der Medikamente gibt.

Die Multiple Sklerose ist bis heute nicht heilbar. Es gibt Medikamente, die die Zeit bis zum nächsten Schub verlängern und verhindern können, dass die Beeinträchtigungen durch die Krankheit weiter zunehmen.

Für Menschen mit der Diagnose einer schubförmigen Multiplen Sklerose gibt es 4 verschiedene medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten in der Basistherapie. Für aktive und hochaktive Erkrankungsformen existieren weitere Therapieoptionen, die hier nicht besprochen werden. Manche Patienten entscheiden sich bewusst gegen eine medikamentöse Therapie. Dies wird im Folgenden als „nicht-medikamentöse Therapie" bezeichnet.

Allgemein gilt für alle 4 Medikamente, die wir im Folgenden einzeln vorstellen:

  • Sie dämpfen die Körperabwehr.
  • Sie hemmen das Wachstum von Entzündungsherden.
  • Sie können unter Umständen Schübe und eventuell auch Beeinträchtigungen verringern.
  • Sie können Nebenwirkungen haben.

Es gibt Hinweise, dass die frühe Einnahme von Medikamenten den Verlauf der MS günstig beeinflussen kann. Da die MS aber sehr unterschiedlich verläuft, kann man die Krankheitsentwicklung nicht voraussehen.

In Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt können Sie auch zwischen den Medikamenten wechseln oder die medikamentöse Therapie beenden.

Die 4 Medikamente unterscheiden sich vor allem darin, ob sie als Tablette oder Spritze verabreicht werden.

Die Alternativen der Basistherapie lassen sich folgendermaßen charakterisieren:

Interferone

Interferone sind Stoffe, die natürlich im Körper vorkommen. Die genaue Wirkweise von Interferonen bei MS ist nicht geklärt. Sie beeinflussen das Immunsystem und arbeiten gegen Viren. Außerdem hemmen Interferone die Teilung von sich schnell teilenden Zellen, beispielsweise Tumorzellen. Klar ist, dass der Wirkstoff das Abwehrsystem des Körpers bei einer MS eher positiv anregt.

Glatirameracetat

Glatirameracetat ist eine Eiweiß-Mischung. Sie ähnelt der natürlichen Schutzschicht der Nerven (Myelin). Die genaue Wirkweise von Glatirameracetat bei MS ist nicht geklärt. Der Wirkstoff hemmt Entzündungsprozesse an den Nerven und beruhigt die fehlgeleitete Körperabwehr. Außerdem regt er im Gehirn die Bildung eines Wachstumsfaktors an, der für den Schutz und die Heilung von Nerven sorgt.

Teriflunomid

Teriflunomid ist ein Stoff, der in der Natur vorkommt, aber auch als Grundlage für entzündungshemmende Medikamente eingesetzt wird. Die genaue Wirkweise von Teriflunomid bei MS ist nicht geklärt. Teriflunomid hemmt das Wachstum von aktivierten weißen Blutkörperchen (Lymphozyten) und wirkt damit unter anderem entzündungshemmend. Andere Zellen werden dagegen wenig oder gar nicht in ihrem Stoffwechsel beeinträchtigt.

Dimethylfumarat

Dimethylfumarat ist abgeleitet von der Fumarsäure, einer in der Natur häufig vorkommenden organisch-chemischen Substanz. Die genaue Wirkungsweise von Dimethylfumarat bei MS ist nicht geklärt. Der Wirkstoff hat entzündungshemmende sowie das Immunsystem unterdrückende Eigenschaften. So vermindert Dimethylfumarat die Anzahl der weißen Blutkörperchen im Blut und wirkt somit entzündungshemmend.

Nicht-medikamentöse Therapie

Bei der nicht-medikamentösen Therapie werden keine Medikamente verschrieben, die das Immunsystem beeinflussen. Die MS nimmt ihren natürlichen Verlauf. Sie können diesen Verlauf möglicherweise durch regelmäßige Bewegung, eine bewusste Ernährung und Rauchverzicht beeinflussen. Eine gezielte Behandlung bestimmter Symptome mit Medikamenten sowie Physio- und Ergotherapie sind natürlich trotzdem möglich.